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Die Goldberger K i r c h e wurde um 1300 im gotischen Stil erbaut. Wahrscheinlich stand an gleicher Stelle schon ein Vorgängerbau, da 1231 in einer Urkunde die Kirche von "Golß", dem späteren Goldberg (gegründet 1248) erwähnt wird. Die Kirche ist auf Wölbung angelegt. Dieses erkennt man leicht innen an den Ostfenstern und außen an den Stützpfeilern. Ob die Kirche früher wirklich ein Gewölbe gehabt hat, ist leider nicht mehr sicher festzustellen. Im Visitationsprotokoll von 1649 heißt es:

 

"1643 den 23 Januar ist bei Abendzeiten die Kirche vom Donnerwetter angezündet und in den Grund abgebrannt, und ist nichts als das bloße Mauerwerk vorhanden, und wird der Gottesdienst jetzo unten im Rathaus verrichtet."

 

(Übrigens wohnten damals gleich nach dem dreißigjährigen Krieg nur noch 139 Menschen in Goldberg)

 

Das zugesetzte Südportal und die breite, verdeckte Priesterpforte sind der bedeutendste Rest des mittelalterlichen Baues. Sie besitzen wohlprofilierte gotische Gewände aus Kehlen und Birnstäben. Das Südportal war bis 1956 der Haupteingang der Kirche.

 

Das Innere der Kirche war schon 1650 soweit wieder hergestellt, dass in ihr wieder Gottesdienste gefeiert werden konnten. Der Turm (Baumaß 32x11 m), der offensichtlich mal höher war, blieb aber noch über 100 Jahre offen liegen. Von dieser Kirchenerneuerung zeugt noch die einfache Holzdecke, auch sind noch zwei Holzwangen vorne neben dem Altar vorhanden.

 

Der nächste große Bauabschnitt begann 1782. Zunächst wurde das Pfarrhaus erbaut (der Anbau für die Gemeinderäume erst 1856). Jetzt erhielt die Goldberger Kirche ihre Emporen und 1876 wurde die Friese – Orgel eingebaut. Im Zusammenhang damit wurden im Süden und im Norden die Vorhallen und im Osten die Sakristei angebaut.

 

1844 erfolgte die nächste große Renovierung. Aus dieser Zeit stammt der Kanzelaltar mit dem Gemälde eines uns unbekannten Malers. Die ungewöhnlich große Höhe der Kanzel ergab sich durch die ebenfalls sehr hohen Emporen.

 

Vorne in der Kirche an der Empore finden wir noch – durch die beiden Wappen deutlich gekennzeichnet – links den "Ratsstuhl" und rechts den "Amtsstuhl". Die beiden Kronleuchter stammen aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts.

 

1955/56 wurde der Turmeingang ausgebaut, die Bänke erneuert und damit der Mittelgang der Kirche geschaffen.

 

Bis 1649 gehörte die Kirche mit allen Rechten und Pflichten zum Kloster Dobbertin, dann dem Landesherrn, der sie gegen das Kuppentiner Patronat eintauschte. Heute ist die ev. Kirchgemeinde allein für ihre Gebäude verantwortlich.

 

Die jüngsten Veränderungen an der Kirche bzw. an dem Kirchturm wurden im Frühjahr 2006 abgeschlossen. Seitdem hat der Turm eine neu vergoldete Bekröhnung und ein neues Ziegeldach.

 

Da die Kirche kein Museum ist, sondern das Gotteshaus der christlichen Gemeinde, haben alle Generationen an ihr gebaut und werden auch weiterhin an ihr bauen. Die Kirche ist das Zeugnis der lebendigen Gemeinde Gottes.

 

Vergessen wollen wir auch nicht, dass der Kirchberg bis zum Ende des 18. Jahrhundert Begräbnisplatz der Gemeinde gewesen ist. Wieviel Tote mögen hier (und auch in der Kirche) ihre letzte irdische Ruhestätte gefunden haben?


Kontakt:

Ev. Kirchgemeinden Goldberg und Dobbertin

Kirchenstraße 23

19399 Goldberg

 

Tel.: 038736/42317 (Goldberg)

Tel.: 038736/42468 (Dobbertin)

Fax.: 038736/80117

goldberg@kirchenkreis-parchim.de

dobbertin@kirchenkreis-parchim.de

 


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